Kilian Cresnik stellt sich vor
Mit Beginn dieses Jahres habe ich die Leitung des Naturpark Südsteiermark übernommen. Diese Aufgabe verstehe ich nicht nur als organisatorische Verantwortung, sondern als strategischen Gestaltungsauftrag für einen der prägendsten Landschaftsräume unseres Landes. Die Südsteiermark bedeutet für mich eine einzigartige Verbindung aus Natur, Kulturlandschaft und regionaler Identität, die nur durch das enge Zusammenspiel von Gemeinden, Grundeigentümer*innen, Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Bildungsangeboten langfristig erhalten und weiterentwickelt werden kann. Diese historisch gewachsene partnerschaftliche Herangehensweise in der Naturparkarbeit wird auch Grundlage meiner künftigen Arbeit sein. Mir ist wichtig, Bewährtes fortzuführen und gleichzeitig gemeinsam Antworten auf neue Herausforderungen zu entwickeln – insbesondere im Hinblick auf Biodiversität, Klimawandelanpassung und Resilienz für kommende Herausforderungen. Das Potenzial der südsteirischen Kulturlandschaft bewusst weiterzuentwickeln und zugleich langfristig abzusichern, sehe ich als zentrale Aufgabe meiner Tätigkeit. Der Naturpark soll dabei weiterhin als verlässlicher Partner, Impulsgeber und Netzwerkknoten für die Region wirken.
Geboren 1981 in Kitzeck im Sausal und mitten in der südsteirischen Hügellandschaft aufgewachsen, ist der Naturpark für Kilian Cresnik mehr als ein Arbeitsfeld – er ist Teil seiner Herkunft, seiner Identität. Die Streuobstwiesen, Weingärten und Wälder der Region haben ihn schon früh geprägt.
Nach dem Studium der Landschaftsarchitektur mit Schwerpunkt Freiraumplanung und Stadtentwicklung sammelte er über viele Jahre Erfahrung in kommunaler Grünraumplanung, Naturschutz und Raumordnung – im In- und Ausland. Mit diesem fachlichen Fundament kehrte er 2023 in die Steiermark zurück.
Mit Jahresanfang 2026 übernahm er die Leitung des Naturpark Südsteiermark mit dem Ziel, die gewachsene Kulturlandschaft behutsam weiterzuentwickeln und die Region als lebenswerten Natur- und Lebensraum für kommende Generationen zu stärken.
Die Südsteiermark als gewachsene Kulturlandschaft
Der Naturpark Südsteiermark wurde im Jahr 2002 als Naturpark ausgezeichnet und umfasst heute rund 417 Quadratkilometer mit 15 Naturparkgemeinden im Bezirk Leibnitz. Anders als streng reglementierte Schutzgebiete, ist ein Naturpark kein abgeschotteter, in sich geschlossener Raum, sondern eine gewachsene Kulturlandschaft, die seit Jahrhunderten durch landwirtschaftliche Nutzung, Weinbau, Streuobstwiesen, Wälder, Trockenrasen und Feuchtgebiete geprägt wird. Gerade diese Balance zwischen Nutzung und Schutz macht den Charakter des Naturparks aus. Er ist Lebensraum, Wirtschaftsraum und Erholungsraum zugleich – für die Bevölkerung ebenso wie für Gäste.
Naturparkarbeit ganzheitlich gedacht
Naturparkarbeit bedeutet daher weit mehr als klassische Schutzgebietsverwaltung. Sie beruht auf vier gleichwertigen Säulen: Naturschutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung. Entscheidend ist jedoch das Zusammenspiel und die Verbindung dieser Bereiche. Wenn Biodiversität gefördert wird, stärkt das langfristig auch die regionale Wertschöpfung. Wenn Bildungsangebote Bewusstsein schaffen, entsteht Verantwortung für unsere Landschaft. Wenn Erholungsräume qualitätvoll gestaltet werden, kommt das Einheimischen und Tourismusbetrieben gleichermaßen zugute. Naturparkarbeit schafft – vernetzt gedacht – einen konkreten Mehrwert für die Region, die Bevölkerung und den Wirtschaftsstandort.
Gemeinsam handeln für die Region
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, landwirtschaftlichen Betrieben, Bildungseinrichtungen, Tourismusorganisationen und dem Land Steiermark. Der Naturpark versteht sich als Plattform und Netzwerk, das Akteurinnen und Akteure verbindet. Projekte wie die Biotopverbundplanung zur Sicherung wertvoller Lebensraumkorridore, Initiativen zur regionalen Wiesensaatgutvermehrung oder lokalen Neophytenbekämpfung und Programme wie „Mein Fleckerl Natur“ zeigen, wie gezielte Maßnahmen auf lokaler Ebene nachhaltige Wirkung entfalten können. Sie stärken die Artenvielfalt, sichern typische Landschaftselemente und tragen dazu bei, die Südsteiermark als hochwertige Kulturlandschaft zu erhalten.
Schützen durch Nützen
Der Leitgedanke „Schützen durch Nützen“ beschreibt diesen Ansatz sehr treffend: Naturschutz ist kein Widerspruch zu wirtschaftlicher Nutzung, sondern deren Grundlage. Eine vielfältige, intakte Landschaft ist Standortfaktor, Identitätsstifter und Lebensqualität zugleich. In Zeiten des Klimawandels und zunehmender Flächenkonkurrenz gewinnt diese integrierte Betrachtung weiter an Bedeutung. Der Naturpark kann und soll hier als Modellregion vorangehen.
Landschaft als gemeinsamer Prozess
Für das laufende und die kommenden Jahre setzen wir daher klare Schwerpunkte. Dazu zählen die Weiterentwicklung des Managementplans als strategisches Steuerungsinstrument, die Umsetzung nationaler und europäischer Biodiversitätsziele auf regionaler Ebene sowie der Ausbau von Bildungs- und Vermittlungsangeboten für Schulen, Kindergärten und Gemeinden. Gleichzeitig werden bewährte Veranstaltungsformate – wie etwa der Markt der Artenvielfalt – fortgeführt und weiterentwickelt. Ziel ist es, Natur nicht nur sichtbar zu machen, sondern Beteiligung zu ermöglichen und gemeinsame Verantwortung zu fördern.
Der Naturpark Südsteiermark ist kein statisches Projekt, sondern ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Landschaft entsteht im Zusammenspiel vieler Menschen. Meine Aufgabe sehe ich darin, diese Kräfte zu bündeln, klare strategische Leitlinien zu setzen und Kooperationen aktiv zu gestalten. Wenn es gelingt, ökologische Qualität, regionale Wertschöpfung und gesellschaftliches Engagement in Einklang zu halten, kann die Südsteiermark ihre Vorreiterrolle als innovationsträchtiger Impulsgeber weiter ausbauen.
„Mein Fleckerl Natur“: Praxishandbuch für alle, die aktiv die Natur schützen wollen
Das im Rahmen der Initiative „NaturVerbunden Steiermark“ erstellte Praxishandbuch „Mein Fleckerl Natur“ stellt eine Anleitung zur Umsetzung von Maßnahmen für mehr Biodiversität dar und informiert außerdem über Förderungsmöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen. Dieses Nachschlagewerk unterstützt dadurch alle Steirerinnen und Steirer dabei, selbst einen aktiven Beitrag zum Natur- und Klimaschutz zu leisten und steht als Download auf der Homepage des Naturparks kostenfrei zur Verfügung.
DI (FH) Kilian Cresnik
Regionalmanager – Naturpark Südsteiermark
T: +43 664 88524705
k.cresnik@naturpark-suedsteiermark.at